Wasserdichtigkeit bei Vintage‑Uhren

Ist meine Uhr wirklich wasserdicht?

Viele Kunden fragen: „Ist meine Uhr wasserdicht?“ Die Antwort hängt stark von der Art der Uhr ab. Sport- und Taucheruhren können für bestimmte Tiefen geprüft werden, oft ist ein aufwendiger Drucktest erforderlich. Für den alltäglichen Gebrauch – Händewaschen, Duschen oder Auto waschen – ist das jedoch meist nicht nötig.icht?

Vakuumtests sind für die meisten Uhren ausreichend: Sie erkennen sofort, ob Luft aus dem Gehäuse entweicht. Drucktests simulieren den Wasserdruck, indem sie versuchen, Luft ins Gehäuse zu pressen. Ich teste meine Uhren vor der Freigabe immer mit Vakuumtests und prüfe sie nach den auf der Uhr angegebenen Druckwerten (z. B. 3 bar).

Wasserdichtigkeit ist kein Dauerzustand

Die Wasserdichtigkeit einer Uhr ist nur zum Zeitpunkt der Prüfung gültig. Dichtungen altern, werden spröde oder können durch Temperaturwechsel, Schweiß, Seife oder chemische Produkte beschädigt werden. Früher wurden Uhren als „water-proof“ bezeichnet; heute ist die korrekte Bezeichnung „water-resistant“ – also wasserresistent bis zu einem bestimmten Druck.

Klassifikation nach DIN 8310

AngabeAnwendung
3 bar ≈ 30 mSpritzwasser, Händewaschen
5 bar ≈ 50 mDuschen, Baden
10 bar ≈ 100 mSchwimmen, Schnorcheln

Hinweis: Diese Werte beziehen sich auf Laborprüfungen und statischen Druck. Sie garantieren keine Sicherheit bei dynamischen Belastungen, z. B. beim Schwimmen oder unter Hochdruckreinigern.

Uhrgehäuse mit 5bar Wasserresistenz
Uhrgehäuse mit 5bar Wasserresistenz

Umweltfaktoren, die die Dichtungen belasten

  • Schwimmen: Höhere Wasserdrücke als angegeben können auftreten.
  • Duschen: Heißes Wasser und Hautpflegeprodukte greifen Dichtungen an.
  • Auto waschen: Spritzer von Hochdruckreinigern belasten Dichtungen zusätzlich.
  • Temperaturschwankungen: Sonnenhitze gefolgt von kaltem Wasser erzeugt Unterdruck im Gehäuse.
  • Luftdruckänderungen: Höhenunterschiede und ständiges Biegen belasten Dichtungen ähnlich wie Materialermüdung.

Diese Belastungen summieren sich über die Zeit, wodurch das Risiko von Wasserschäden steigt.

Hintergrund

Uhrengehäuse werden mit hoher Präzision aus verschiedenen Bauteilen und Materialien gefertigt. Bei Temperaturschwankungen dehnen sich diese unterschiedlich aus und ziehen sich zusammen. Zusätzlich altern die Dichtungen von Krone, Gehäuse und Glas auf natürliche Weise und werden durch Schweiß, Säuren oder andere Einflüsse weiter beansprucht. Auch wechselnde Temperatur- und Luftdruckbedingungen belasten die Dichtungen.

Fazit

Selbst nach bestandener Prüfung kann keine Garantie auf Wasserresistenz bei Vintage-Uhren gegeben werden. Eine fachmännische Kontrolle vor Wasserkontakt ist daher immer empfehlenswert, insbesondere bei älteren Uhren.

Für alle, die es ganz, ganz genau wissen wollen: FAQ: Dichtigkeit – Wohl nicht ganz dicht?

Wenn Sie Interesse an einer professionellen Revision oder Beratung für Ihre Uhr haben, zögern Sie nicht, über mein

mit mir in Verbindung zu treten – ich freue mich auf Ihre Nachricht.